Jahresrechnung 2025 mit Ertragsüberschuss
25.3.2026
Dank höherer Steuereinnahmen:
Ertragsüberschuss in der Jahresrechnung
Der Kanton Basel-Landschaft erzielt im Rechnungsjahr 2025 einen Gewinn von 42 Millionen Franken. Das Ergebnis fällt deutlich besser aus als budgetiert und ist vor allem auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen. Für die weitere finanzielle Entwicklung des Kantons bleiben jedoch verschiedene Risiken, anstehende kantonale Abstimmungen sowie hängige Initiativen von zentraler Bedeutung. Diese werden im Aufgaben- und Finanzplan (AFP) 2027–2030 sowie in der Weiterentwicklung der Finanzstrategie 2025–2028 berücksichtigt. Der Regierungsrat steuert den Prozess verantwortungsvoll und mit Augenmass.
Die Erfolgsrechnung 2025 schliesst dank höherer Steuereinnahmen (Fiskalertrag) mit einem Gewinn von 42 Millionen Franken ab.
Ursprünglich war ein Defizit von 65 Millionen Franken budgetiert worden. Das operative Ergebnis ist mit 98 Millionen Franken positiv. Darin enthalten ist die Abtragung einer Tranche des Bilanzfehlbetrags aus der BLPK-Reform in der Höhe von 56 Millionen Franken. Per 31. Dezember 2025 beträgt der Abbauvorsprung insgesamt sechs Tranchen.
Das Eigenkapital wird gestärkt
Der Gewinn wirkt sich positiv auf das Eigenkapital und die Nettoverschuldung aus. Das Eigenkapital beläuft sich auf 824 Millionen Franken und liegt über dem Warnwert von 8 Prozent des Gesamtaufwands. Das im Eigenkapital enthaltene Zweckvermögen reduziert sich um rund 10 Millionen Franken auf 71 Millionen Franken, insbesondere infolge der Finanzierung der Abschreibungen des Campus FHNW. Die Nettoverschuldung nimmt zwar leicht ab, bleibt mit 2,28 Milliarden Franken im interkantonalen Vergleich jedoch weiterhin hoch. Gegenüber dem Vorjahr verringert sie sich um rund 60 Millionen Franken und liegt zudem um 11 Millionen Franken unter dem Stand per Ende 2022. Das ist der tiefste Stand seit 12 Jahren und der Ausfinanzierung der Basellandschaftlichen Pensionskasse.
Die Steuermehrerträge überkompensieren negative Ertragsabweichungen
- Die wesentlichste positive Abweichung auf der Ertragsseite resultiert aus Steuermehreinnahmen von 112 Millionen Franken. Der Hauptteil dieser Mehrerträge entfällt auf die Grundstückgewinnsteuern (+74 Millionen Franken) sowie auf die Handänderungssteuern (+25 Millionen Franken). Beides ist Teil des Geschäftsbereichs Spezialsteuern.
- Darüber hinaus verzeichnen die Einkommenssteuern der natürlichen Personen Mehrerträge von 62 Millionen Franken, die im Wesentlichen auf deutlich höhere Steuererträge aus Vorjahren zurückzuführen sind.
- Ebenso liegen die Steuern auf Kapitalabfindungen 2. und 3. Säule (+10 Millionen Franken) sowie die Vermögenssteuern natürlicher Personen inklusive Vorjahre (+8 Millionen Franken) über dem Budget.
- Demgegenüber stehen Mindererträge insbesondere bei den Gewinnsteuern juristischer Personen inklusive Vorjahre, welche um 55 Millionen Franken unter dem budgetierten Wert abschliessen.
- Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im Jahr 2025 eine dreifache Gewinnausschüttung an die Kantone und den Bund vorgenommen. Im Budget war eine zweifache Gewinnausschüttung eingestellt, daraus resultieren Mehreinnahmen von 22 Millionen Franken. Hinzu kommt, dass die SNB im Mai 2025 891 Millionen Franken aus nicht umgetauschten Banknoten der 6. Serie an den Bund, die Kantone und den Fondssuisse ausschüttete. Der Anteil des Kantons Basel-Landschaft beläuft sich auf 16 Millionen Franken.
- Die Aufwertung des Immobilienportfolios im Finanzvermögen – es erfolgt eine periodische Bewertung – übertrifft das Budget um 27 Millionen Franken.
- Belastend wirkt hingegen die Abwertung der Grundstücke des Lochbruggareals in Laufen von 10 Millionen Franken sowie diverse gegenläufige Effekte, die insgesamt zu einer Verschlechterung von 5 Millionen Franken führen.
- Zusätzlich resultieren Mehrerträge aus der höheren Gewinnausschüttung der Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) von 4 Millionen Franken sowie aus 5 Millionen Franken höheren Verzugszinsen auf Steuern. Und schliesslich übertrifft der Kantonsanteil an der Verrechnungssteuer das Budget 2025 mit Mehreinnahmen von 6 Millionen Franken.
- Die bedeutendste negative Ertragsabweichung entstammt der neu gebildeten Rückstellung für die erwartende Rückerstattungsforderungen bei der Verrechnungssteuer (VSt). Aufgrund gesetzlich vorgesehener Rückforderungsmöglichkeiten innerhalb der Verjährungsfrist wird ein Teil dieser Forderungen über die Verrechnung mit den zukünftigen jährlich durch den Bund geleisteten Zahlungen wieder abgeführt. Der Bund hat im Jahr 2019 neues Rückstellungsmodell für die VSt eingeführt. Der Kanton Basel-Landschaft bildete dafür erstmals im Rechnungsjahr 2025 eine Rückstellung von 105 Millionen Franken.
Kompensierende Effekte bei den Aufwandpositionen
Auf der Aufwandseite wirken sowohl positive als auch negative Einflussfaktoren, die sich weitgehend kompensieren.
- Die grössten Budgetunterschreitungen verzeichnen der Sach- und übrige Betriebsaufwand mit 24 Millionen Franken sowie der Personalaufwand mit 6 Millionen Franken. Dies ist auf interne wie auch externer Faktoren zurückzuführen.
- Demgegenüber weist der Transferaufwand eine Budgetüberschreitung von 31 Millionen Franken aus, hauptsächlich aufgrund von refinanzierten Kosten im Asyl-Bereich und bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV.
Starker Selbstfinanzierungsgrad von 140 Prozent
Der Kanton Basel-Landschaft tätigte im Jahr 2025 Bruttoinvestitionen in der Höhe von 180 Millionen Franken. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 141 Millionen Franken und liegen damit 193 Millionen Franken unter dem budgetierten Wert. Im Budget waren Nettoinvestitionen von insgesamt 334 Millionen Franken vorgesehen, einschliesslich eines Nachtragskredits von 150 Millionen Franken für ein Darlehen an das Kantonsspital Baselland. Dieses Darlehen wurde jedoch im Jahr 2025 nicht benötigt. Die verbleibende Budgetabweichung ist insbesondere auf Verzögerungen bei Hochbau- und Tiefbauprojekten zurückzuführen. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt im Jahr 2025 140 Prozent. Damit können die getätigten Investitionen aus eigenen Mitteln finanziert werden.
Ausblick
Das Jahresergebnis 2025 liegt um 107 Millionen Franken über dem Budget. Die Steuermehreinnahmen konnten die Mindererträge deutlich überkompensieren. Zudem fielen keine wesentlichen ungeplanten einmaligen Aufwendungen an, so dass der Gesamtaufwand lediglich eine geringfügige Budgetüberschreitung ausweist.
Der finanzielle Ausblick ist mit grossen Unsicherheiten behaftet. Die künftige Entwicklung der Kantonsfinanzen wird wesentlich durch anstehende Abstimmungen sowie hängige Initiativen auf kantonaler Ebene beeinflusst. Allfällige Annahmen könnte zu wiederkehrenden Mehrbelastungen in Millionenhöhe führen. So würden beispielsweise die SVP-Umverteilungsinitiativen den Kantonshaushalt voraussichtlich mit jährlich 135 Millionen Franken zusätzlich belasten. Entsprechende Zusatzkosten würden eine erneute Priorisierung der Aufgabenbereiche – namentlich in den Bereichen Soziales, Bildung, Sicherheit und Gesundheit – erforderlich machen. Diese exogenen Faktoren entziehen sich der direkten Steuerung durch den Regierungsrat. Ungeachtet dessen hält dieser konsequent an der Einhaltung der Schuldenbremse fest, dies auch im Interesse von künftigen Generationen.
Auch die globalen wirtschaftlichen Verwerfungen stellen die Schweizer Wirtschaft vor erhebliche Herausforderungen und sind mit hohen Unsicherheiten verbunden. Darüber hinaus bleiben die weitere Entwicklung der Teuerung sowie die Auswirkungen des Entlastungspakets (EP27) des Bundes auf die kantonalen Finanzen schwer abschätzbar. Die konsequente Umsetzung der Finanzstrategie ist daher eine zentrale Voraussetzung für die Ausarbeitung des AFP 2027–2030. Die Ziele des Regierungsrats sind unverändert: die verfügbaren Ressourcen müssen verantwortungsvoll und effizient eingesetzt werden, um die Attraktivität des Kantons Basel-Landschaft langfristig zu sichern.
Weitere Unterlagen:
Quelle: www.bl.ch

